Bildungszentrum Gleiß
Schwestern vom göttlichen Erlöser

28.11.2019

Vorhang auf für das Klassenzimmertheater

Die SchülerInnen der 1. und 2. Klasse erlebten am Mittwoch, den 27.11.2019 eine beeindruckende Vorstellung einer Theaterfassung des von Hermann Hesse verfassten Romans „Demian“. Das Landestheater Niederösterreich gastierte mit dem Ein-Mann-Stück im Rahmen des sogenannten „Klassenzimmertheaters“ an der Schule.

Die Idee hinter diesem besonderen Format ist, das Theater zu den SchülerInnen zu bringen und in gewohnter Umgebung zu präsentieren.

Die Erwartungen wurden mehr als übertroffen. Philip Leonhard Kelz brillierte – unterbrochen von der Darstellung wechselnder Nebenpersonen - in der Rolle des Hauptprotagonisten Emil Sinclair. Dieser Junge entdeckt im Alter von zehn Jahren die Existenz zweier Welten in seinem Leben. Einerseits gibt es die vertraute, heimische Welt der Familie, andererseits die fremde, dunkle, unheimliche Welt, die erobert werden will. Er verfällt ihr und wird, naiv und unerfahren, auch gleich zu deren Opfer, wäre da nicht Max Demian. Er ist anders als alle, denen Sinclair bisher begegnete. Die beiden verbindet ein geheimes Band, ein Mal, das nur für diejenigen zu erkennen ist, die es tragen. Demian scheint Emils Dilemma gut zu kennen, seine erwachende Sexualität, seinen Hang zur Mystik, seine Unzufriedenheit mit der Konformität des bürgerlichen Daseins, doch scheint er es schon gleichsam überwunden zu haben. Die Wege der beiden kreuzen sich über die Jahre immer wieder, was nach langer Skepsis schließlich zu einer innigen Freundschaft der beiden führt. Demian wird Emil Sinclair wie ein Bruder, doch die Gesellschaft um sie herum steht vor einem großen Umbruch und die dunklen Schatten des Ersten Weltkrieges sind bereits spürbar.
Eindrucksvoll und mit nur wenigen Requisiten wurde den ZuschauerInnen die Handlung und Thematik des Stückes nähergebracht. Emil kommt schließlich zur Erkenntnis, dass es wichtiger ist, sich selbst zu suchen, als Rollen finden zu wollen, in die man sich hineindenken will.
Im Anschluss an das Theaterstück folgte eine Gesprächsrunde mit dem Schauspieler und der Dramaturgin bzw. Theaterpädagogin, in der neben offenen Fragen und Aspekten zum Stück auch Fragen zum Beruf des Schauspielers besprochen werden konnten.