Bildungszentrum Gleiß
Schwestern vom göttlichen Erlöser

07.02.2020

Gedenkstätte Steinhof

Die SchülerInnen der 2. und 3. Klasse besuchten im Gelände des schön gelegenen, heutigen Otto Wagner Spitals, das V-Gebäude, wo sich die Gedenkstätte „Steinhof“ befindet.

Ein Mitarbeiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes gab dort eine interessante Führung durch die Ausstellung „Der Krieg gegen die "Minderwertigen": Zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen in Wien“. Nach einer Einleitung über die Rassenideologie des Nationalsozialismus und über den Begriff "minderwertig", womit alle Personen mit Behinderungen oder psychischen Krankheiten, Angehörige sozialer Randgruppen und Unangepasste damals bezeichnet wurden, folgte Information über die Vorgänge in der Heil- und Pflegeanstalt "Am Steinhof". Von 1940 bis 1945 existierte auf dem Anstaltsgelände unter der Bezeichnung "Am Spiegelgrund" eine so genannte "Kinderfachabteilung", in der rund 800 kranke oder behinderte Kinder und Jugendliche ums Leben kamen.

1940/41 wurden im Rahmen der "Aktion T4" mehr als 3200 Patientinnen und Patienten aus der Anstalt abtransportiert und im Schloss Hartheim bei Linz ermordet.
Nach dem offiziellen Stopp der "Aktion T4" im August 1941 wurde die "Euthanasie" anstaltsintern mit Hilfe gezielter Mangelernährung und systematischer Vernachlässigung fortgesetzt. Über 3500 PatientInnen fielen Hunger und Infektionen zum Opfer.
In der Ausstellung konnten sich die SchülerInnen auf Bildtafeln und Videobilder über individuelle Kinderschicksale informieren. Besonders erschütternd war auch die Tatsache, dass die, an diesem NS Verbrechen beteiligten Ärzte und Pfleger, auch nach Kriegsende lange nicht strafrechtlich verfolgt wurden.